# Wahrheit oder Wahn?

> Quelle: https://xn--dkp-lbeck-u9a.de/wahrheit-oder-wahn/
> Aktualisiert: 2026-09-23T14:18:21+00:00

Liebe Leserin, lieber Leser: Entscheiden Sie selbst. Oder wie Karl Marx schrieb: «Ich unterstelle natürlich Leser, die etwas Neues lernen, also auch selbst denken wollen.»

## Die Zusammenarbeit von Deutschland und Russland bedroht die USA

> Das Hauptanliegen der Außenpolitik ist seit dem letzten Jahrhundert, ... von den Beziehungen zwischen Deutschland und Russland bestimmt. Vereint sind sie die einzige Kraft, die uns bedrohen kann. Unser Hauptinteresse bestand darin sicherzustellen, dass dieser Fall nicht eintritt. (...) Das Wichtigste für die USA ist, dass sich das deutsche Kapital und deutsche Technologien und die russischen Rohstoffe und russischen Arbeitskräfte nicht zu einer einzigartigen Kombination verbinden, einer Kombination, die die Vereinigten Staaten seit einem Jahrhundert zu verhindern versuchten.
>
> George Friedman, damals Vorsitzender des US-Analyseunternehmens STRATFOR, beim Chicago Council on Global Affairs, 4. Februar 2015

## Krieg und Profit

> Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens.
>
> T. J. Dunning, zitiert von Karl Marx im Kapital

## Anschlag auf Nord Stream 2

> Wenn Russland einmarschiert ... dann wird es kein Nord Stream 2 mehr geben. Wir werden dem ein Ende setzen.
>
> Präsident Joe Biden, 7. Februar 2022

## Aktienwerte der Rüstungskonzerne seit 2021

Rheinmetall: Börsenkurs am Jahresende 2021: 83,06 Euro. Ende 2025: 1.561 Euro. Das entspricht einem Anstieg um rund 1.779 Prozent. Allein 2025 stieg die Rheinmetall-Aktie nach Unternehmensangaben um 119,2 Prozent.

*Quelle: Rheinmetall, Investor Relations*

## Rüstungsausgaben 2025

Die weltweiten Rüstungsausgaben erreichten 2025 2.887 Milliarden US-Dollar, den höchsten von SIPRI erfassten Wert. 2021 waren es noch rund 2.100 Milliarden Dollar.

- USA: 954 Mrd. US-Dollar
- China: 336 Mrd. US-Dollar
- Russland: 190 Mrd. US-Dollar
- Deutschland: 114 Mrd. US-Dollar

Die NATO-Staaten zusammen gaben 1.581 Mrd. US-Dollar aus. Das waren 55 Prozent der weltweiten Rüstungsausgaben. Russland kam auf rund 6,6 Prozent.

*Quelle: SIPRI, Military Expenditure Database, April 2026*

## Deutschland als Kriegspartei

> ... wir kämpfen einen Krieg gegen Russland und nicht gegeneinander.
>
> Annalena Baerbock, deutsche Außenministerin vor dem Europarat, 24. Januar 2023

## „Mehr Russen töten"

> Was können wir konkret tun, um Ihnen zu helfen, mehr Russen, mehr russische Soldaten, zu töten?
>
> FAZ-Korrespondent Michael Martens am 8. August 2026 auf einer Pressekonferenz mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj

## Was sagen die Kommunisten?

> Die NATO und auch Deutschland wollen offensichtlich einen langen Krieg. Gehetzt wird gegen den Friedensplan Chinas.
>
> Patrik Köbele, DKP-Vorsitzender, auf dem 25. Parteitag

## Kapitalismus und Krieg

> Der Kapitalismus trägt den Krieg in sich wie die Wolke den Regen.
>
> Jean Jaurès, französischer Historiker und Sozialist

## Militärische Einkreisung Russlands und Chinas

Schweden ist 2024 der NATO beigetreten, Finnland war bereits 2023 beigetreten. Damit gehören inzwischen 32 Staaten der NATO an.

Militärbasen im Ausland:

- USA: 750 bis 877 in rund 80 bis 95 Ländern. Japan (über 110), Deutschland (ca. 119), Südkorea, Naher Osten, Europa.
- Russland: ca. 20 bis 35 in etwa 11 Ländern. Überwiegend postsowjetischer Raum (Armenien, Belarus, Tadschikistan, Kirgisistan) sowie Syrien und Libyen.
- China: 1 offizielle Basis, dazu ca. 3 bis 5 inoffizielle oder paramilitärische Posten.

## Raketenvorwarnzeit

> (Für) die Russen stellt sich nun die Frage, ob sie die Ukraine zumindest als Pufferzone zwischen Russland und dem Westen haben wollen, die wenigstens neutral bleibt, oder ob der Westen (die NATO) so weit in die Ukraine vordringt, dass er nur noch 100 Kilometer von Stalingrad und 500 Kilometer von Moskau entfernt ist. Für Russland stellt der Status der Ukraine eine existenzielle Frage dar, die es nicht ignorieren kann.
>
> George Friedman, a. a. O.

## Ein Tweet von Elon Musk

> So viel Tod für so wenig.
>
> Kommentar zu einem Artikel, in dem es heißt, dass die ukrainischen Gebietsgewinne so winzig sind, dass sie auf einer Karte kaum zu erkennen sind

> Das Gemetzel muss beendet werden.

## Günter Verheugen im Interview

> Es geht nicht um Ihre oder meine Sicherheit. Wegen meiner Freiheit und zur Verteidigung meiner demokratischen Rechte muss kein Mensch in der Ukraine sterben. Meine Freiheit ist nicht durch Russland bedroht. Schon allein das zu sagen, bringt einen heute in den Verdacht, ein nützlicher Idiot des Kremls zu sein.

> Die Fragen sind nur: Wie soll der Krieg beendet werden und was kommt danach? Bleibt es bei der Idee eines geeinten Europas? Welche Rolle soll Russland darin künftig spielen? Wenn das politische Ziel des Westens ein sogenannter Siegfrieden ist, bei dem der Westen Russland die Friedensbedingungen diktieren kann, dann sage ich: Dieses Ziel ist nicht erreichbar. Wenn das Ziel Regime Change heißt, einschließlich Putin loszuwerden, dann kann ich nur vor Träumereien warnen. Wenn das Ziel ist, Russland zu ruinieren, wie Annalena Baerbock es formulierte: Auch dieses Ziel ist nicht erreichbar. Wenn das Ziel ist, Russland zu isolieren: Auch das ist nicht geschehen.
>
> Günter Verheugen, SPD-Politiker, ehemals EU-Kommissar und Vizepräsident der EU-Kommission, Weser-Kurier, 28. August 2023

## Ist Russland weltweit isoliert?

Der BRICS-Staatenverbund, dem Russland angehört, hat sich erheblich erweitert. Neben Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika gehören ihm inzwischen Ägypten, Äthiopien, Iran, die Vereinigten Arabischen Emirate und Indonesien an. Hinzu kommen zehn Partnerstaaten, darunter Belarus, Bolivien, Kuba, Kasachstan, Malaysia, Nigeria, Thailand und Vietnam.

Allein die zehn BRICS-Mitgliedstaaten vereinen rund 3,9 Milliarden Menschen und damit mehr als 48 Prozent der Weltbevölkerung. Auf sie entfallen, gemessen am kaufkraftbereinigten Bruttoinlandsprodukt, rund 39 Prozent der Weltwirtschaftsleistung.

In der Frage einseitiger wirtschaftlicher Zwangsmaßnahmen blieb die Position der BRICS eindeutig. In ihrer Gipfelerklärung von Rio de Janeiro 2025 wandten sich die Mitgliedstaaten erneut gegen einseitige Maßnahmen, die nicht mit dem Völkerrecht vereinbar seien, und gegen Maßnahmen, die internationale Liefer- und Produktionsketten gezielt stören.

Dass sich zahlreiche Staaten westlichen Sanktionsforderungen nicht anschließen, zeigt sich auch daran, dass die USA ihre Maßnahmen inzwischen ausdrücklich auf Russlands wichtigste Handelspartner ausweiten: Das im September 2026 verabschiedete US-Sanktionsgesetz ermöglicht Zölle von bis zu 100 Prozent gegen Staaten, die zu den größten Abnehmern russischen Öls und Gases gehören. Betroffen sein könnten insbesondere China und Indien.

Von einer weltweiten Isolierung Russlands kann angesichts dieser Zahlen und Beziehungen nicht gesprochen werden.

## Deutschland zerstört seine industrielle Basis

> Insgesamt also haben wir eine Situation, wo wir durch externe Faktoren stark beeinträchtigt, ja beschädigt werden. Das führt, in der Konsequenz, zu dem Risiko einer Deindustrialisierung und es tut mir weh, beobachten zu müssen, dass es hierfür in Deutschland bereits starke erste Anzeichen gibt.
>
> Schlimmer noch ist, dass wir in Deutschland in den vergangenen Jahren von günstigem russischem Gas profitiert haben. Das ist vorbei und das beschädigt das Modell der deutschen Volkswirtschaft schmerzhaft. Wir beobachten einen weltweiten Wettlauf, einen weltweiten Wettbewerb von Nationalstaaten um die attraktivsten Zukunftstechnologien auf der Welt ... und wir haben uns beispielsweise deshalb dafür entschieden, die modernste Lipid-Kapazität der Welt (Fette und fettähnliche Substanzen) in den Vereinigten Staaten von Amerika zu bauen.
>
> Christian Kullmann, Vorstandsvorsitzender Evonik, zweitgrößtes deutsches Chemieunternehmen

Die deutsche Industrieproduktion lag im Juli 2026 3,3 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Gegenüber Juni sank sie um 2,2 Prozent. Besonders stark fiel der Rückgang in der Automobilindustrie aus: minus 9,2 Prozent gegenüber dem Vormonat.

*Quelle: Statistisches Bundesamt, 7. September 2026*

## Die sozialen Folgen

Für viele Menschen gehe es mittlerweile um die nackte Existenz.

> Wer vor drei Jahren schon wenig hatte, dem reicht es heute nur noch für das Wesentlichste: Miete, Heizen, Essen.
>
> Michaela Engelmeier, Vorsitzende des Sozialverbandes Deutschland, 2023

Inzwischen lässt sich die Verschiebung auch im Bundeshaushalt ablesen: Die Sozialleistungsquote des Bundes sinkt 2026 auf 46,7 Prozent, den niedrigsten Stand seit 2003. Das Bundesfinanzministerium nennt selbst als Grund dafür, dass die Gesamtausgaben wegen des „starken Anstiegs der Verteidigungsausgaben" stärker wachsen als die Sozialausgaben.

Beim Bürgergeld sind für 2026 28,05 Mrd. Euro vorgesehen, gegenüber 29,05 Mrd. Euro im Vorjahr. Das sind rund eine Milliarde Euro weniger.

*Quelle: Bundesministerium der Finanzen*

Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden. Ob zusätzliche Rüstungsausgaben durch Kürzungen, zusätzliche Schulden oder höhere Steuern, und bei wem, finanziert werden, ist eine politische Verteilungsentscheidung.
