# Kriegswaffen im Wohngebiet

> Quelle: https://xn--dkp-lbeck-u9a.de/kriegswaffen-im-wohngebiet/
> Aktualisiert: 2026-09-23T15:03:53+00:00

## Super: Endlich wieder Kriegswaffen im Wohngebiet!

An den guten Erfahrungen, welche die Stadt Lübeck mit der Platzierung von Kriegsgerät auf der Altstadtinsel gemacht hat, will nun die Bundeswehr anknüpfen. Getreu dem Motto „Vorher - Nachher" sollen Jugendliche für Todestechnik begeistert werden. Die Situation dafür scheint günstig, denn viele Jugendliche suchen einen Job, und eine gut bezahlte Schleife von wenigen Jahren bei der Bundeswehr kommt da manchen anscheinend gelegen.

## Vorher: Mangels Masse im Kontakt mit der falschen Zielgruppe

Doch viele Jugendliche haben einfach keinen Bock aufs „Russentöten", wie die Schulstreiks von Schülerinnen und Schülern beweisen. Denn sie kennen und schätzen ein friedliches Nebeneinander mit anderen Völkern, haben dies zum Beispiel über den Schüleraustausch kennengelernt und verspüren deshalb keine Lust, der NATO zu helfen, mögliche Erstschlagswaffen in der Ukraine direkt an der russischen Grenze zu stationieren.

Denn das erhöht die Kriegsgefahr enorm: Ein Frühwarnsystem muss den Start zunächst erkennen, klassifizieren und die Flugbahn berechnen. Bei einer ballistischen Rakete mit beispielsweise fünf Minuten Flugzeit blieben der russischen Führung daher nicht fünf volle Minuten für eine Entscheidung, sondern möglicherweise deutlich weniger.

Genau darin liegt auch die strategische Bedeutung einer Stationierung sehr schneller Mittelstreckenraketen nahe der Grenze: Moskau könnte in einen Bereich von nur wenigen Minuten Entscheidungszeit geraten.

## Nachher: Lübeck am 29. März 1942

320 Tote, 783 Verletzte, mehr als 15.000 Obdachlose. So sah es aus, als zuletzt Krieg in diese Stadt kam. Wer Kriegsgerät zwischen Cafés und Wohnhäuser stellt, sollte dieses Datum mitdenken.

![Schriftzug „Heraus zum Schulstreik" auf einem Baucontainer in Lübeck](https://xn--dkp-lbeck-u9a.de/wp-content/uploads/2026/09/kriegswaffen-schulstreik-4-1200x675.jpg)

*Protest, der sich nicht wegwischen lässt: Aufruf zum Schulstreik auf einem Baucontainer.*

## Protest, der sich nicht wegwischen lässt

Nun reicht es Olivgrün nicht mehr, Jugendliche im Jobcenter mit Karrieregequassel zu belästigen, man muss sie jetzt auch noch vor der Musikhochschule nerven. Immer dabei: junge Frauen im Tarnzug, denn eine Armee, die von ehemaligen Hitleroffizieren gegründet wurde, muss sich ja hipp geben.

Wikipedia schreibt:

> In den Gründungsjahren stammte praktisch das gesamte Führungskorps aus den alten Streitkräften. (…) Im Jahr 1956 waren 31 der insgesamt 38 aktiven Generale der neuen Bundeswehr ehemalige Wehrmachtsoffiziere. (…) Bis zum Jahr 1964 wurden 13.438 Offiziere aller Dienstgrade aus der Wehrmacht eingestellt.
>
> Wikipedia, Artikel Bundeswehr

Mit dem Marschgetrommel vor der Musikhochschule suchte man nun neues Kanonenfutter. Allerdings mit schlechter Dramaturgie: Aus der Musikhochschule kam gar keine Musik, dabei hätte „Spiel mir das Lied vom Tod" doch so gut gepasst.
